Als Verwaltungsleiterin eines Forschungsinstitutes bin ich in vielen Bereichen und auf vielen Ebenen gefordert: hier laufen alle „Fäden“ des Instituts zusammen.
Für meine Arbeit im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Verwaltung erhoffte ich mir durch die Ausbildung zum integralen Coach und Berater einen großen Mehrwert und viel „Handwerkszeug“ für ein kollegiales Miteinander. Ich habe die Ausbildung zum integralen Coach und Berater im Jahr 2016 begonnen und Ende 2017 inklusive der Erstellung einer umfangreichen Facharbeit abgeschlossen.
Persönlich war ich auf der Suche nach dem Schlüssel zu einem sinnerfüllten (Arbeits-)Leben. In der vielbeschriebenen Mitte des Lebens begann der Seelenplan sich seinen Weg zu bahnen, intuitiv entschied ich mich also zur richtigen Zeit zu dieser integralen Ausbildung.
Während des Schreibens der Facharbeit durchlebt man den gesamten Weg der Ausbildung ein zweites Mal. Durch diesen wichtigen Schritt verankert sich das Gelernte, findet erste Spiegelungen im beruflichen wie privaten Kontext statt und darf persönliche Entfaltung und Entwicklung Schritt für Schritt geschehen. Man betrachtet einzelne Themengebiete nochmal tiefergehend, findet immer wieder neue Facetten des persönlichen und beruflichen Lebenswegs und kann so den gesamten Prozess wie ein Drehbuch erkennen.

Der integrale Ansatz

Integral steht hier sinngemäß für das Integrieren und Verbinden von bestehenden Ansätzen zu einem neuen Ganzen. Genau wie der Mensch eine Ganzheit aus Körper, Geist und Seele sowie seiner sozialen Kontakte ist und Alles mit Allem verbunden ist, betrachtet der integrale Ansatz auch Unternehmen, Organisationen und Gesellschaft als Teile des großen Ganzen. Diese Sicht auf die Thematik verdeutlicht, dass ein „multidimensionales Erfassen von Zusammenhängen“ erforderlich ist, um die vielen Aspekte einer Entwicklung zu erfassen. Ein Basisbaustein für den integralen Coach ist demnach die Schulung des Zugangs aller uns Menschen zur Verfügung stehenden Intelligenzen, der sogenannten „multidimensionalen Intelligenz“. Die Ausbildung versteht sich als prozessorientiertes Coaching, welches die vier Grundbedürfnisse des Menschen und deren Erfüllung im Blick hat:

  • Leben
  • vollkommene Entfaltung (Wachstum und Entwicklung)
  • dem Grundbedürfnis zu lieben und geliebt zu werden (Beziehungen)
  • dem Bedürfnis nach Sinn, ein Lebenswerk zu schaffen (Vision)

Beim integralen Coaching erlebten wir in der kleinen, familiären Ausbildungsgruppe eine Kombination von verschiedenen Medien, Methoden und das aktive Einbeziehen der Natur. Für den Gesamtprozess war dies überaus bedeutungsvoll, da diese Arbeitsweise unser Gehirn anregt und Freude an Lernen und Entwicklung schafft.

Die Kern-Arbeit

C.G. Jung bezeichnet die Mitte des Menschen auch als sogenannten Wesens-Kern. Dies ist auch das tragende Fundament des integralen Coachings: es geht davon aus, dass der Kern bereits alle Möglichkeiten der Entfaltung, alle nötigen Ressourcen und eine gesunde Selbst-Organisation in sich trägt, demnach ist die „Kern-Arbeit“ (den eigenen Kern entdecken und zur Entfaltung bringen) eine zentrale Aufgabe innerhalb der Ausbildung. Der integrale Ansatz trägt in sich die Hauptintension, Menschen bei der Verwirklichung ihrer persönlichen und beruflichen Ziele zu begleiten und zu unterstützen. Es gilt, den Blick für sich selbst zu haben und die eigenen Bedürfnisse achtsam wahrzunehmen und zu erfüllen. Die persönlichen Kern-Werte wiederum fließen in die Umsetzung der zugehörigen Aufgaben. Indem ich mich selbst gut kenne, kann ich Klarheit über die eigene Identität, Aufgabe und Rolle erlangen. So kann die persönliche und berufliche Potenzialentwicklung voll zum Tragen kommen. Auf Grundlage dieser soliden Basis können die Früchte des eigenen Entwicklungsprozesses besonders gut gedeihen: Erfolg, Beruf/Berufung, Familie …

Arcanum des Wesens-Kerns

Die Ausbildung an der Akademie der Theos Consulting AG bei Theresia Maria Wuttke hat mich, mein Verhalten und Berufsleben unmittelbar wirkungsvoll beeinflusst und inspiriert. Aus der eigene Mitte kann Sicherheit, Vertrauen, Weisheit und Kraft geschöpft werden, was wiederum zur weiteren Reifung der Persönlichkeit führt. Für mich persönlich war die Ausbildung vor allem die Entwicklung von der eindimensionalen Führungskraft zum integralen Coach und Berater. Die Anwendung von Techniken und Methoden tritt in den Hintergrund, die Inspiration von Menschen wird zum „Kerngeschäft“. Es gilt, eigenes und fremdes Selbstvertrauen stärken. Als integraler Coach diene ich ausschließlich dazu, Resonanzboden für den Coachee zu sein, damit er/sie seine inneren Ressourcen entdeckt und entfaltet. Das Prinzip der Selbstverantwortung steht dabei an erster Stelle.
Das Ende der Ausbildung war für mich zugleich Beginn einer neuen Dimension lebensbegleitenden Lernens. Besonders die Themen Kommunikation,

Psychologie, gehirngerechtes Lernen und Selbst-Führung haben in mir eine Art Wissenshunger ausgelöst, der sich weiter in meinem Leben ausbreitet, je mehr ich mich damit beschäftige.

„Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.“ – Zitat Albert Einstein.

Ich habe mich auf den Weg gemacht, meinen Kern zu entdecken. Danke dafür, dass Du uns mit auf diesen im Verborgenen schlummernden „Reiseweg“ zum Selbst genommen hast und uns zum Eingang des „Arcanums“ unseres Wesens-Kerns begleitet hast, Theresia.

Camilla Szpurka, Absolventin der Ausbildung zum integralen Coach und Berater 2017